Körperideale auf TikTok unter Kritik
Auf der Social-Media-Plattform TikTok kursiert seit einiger Zeit ein Trend unter dem Hashtag „SkinnyTok“, der Inhalte zur drastischen Gewichtsabnahme, Kalorienzählen und extrem schlanken Körpern verbreitet. Experten warnen davor, dass solche Inhalte insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine problematische Wirkung auf Körperbild und Essverhalten haben können.
Psychologische Folgen für junge Zielgruppen
Mehrere Untersuchungen zeigen, dass der regelmäßige Konsum solcher Inhalte mit erhöhter Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, niedrigem Selbstwertgefühl und gestörtem Essverhalten korreliert. Die Algorithmen verstärken den Effekt, indem sie ähnliche Inhalte nach kurzer Zeit verstärkt ausspielen. Dies kann in einen Kreislauf aus Vergleichen, Überwachung und restriktivem Verhalten führen.
Versteckte Botschaften und Trigger-Inhalte
Hinter harmlos wirkenden Clips verbergen sich oft subtile Botschaften über Diäten, Kalorienreduktion oder vermeintlich gesunde Körperideale. Typisch sind:
- What-I-eat-in-a-day-Videos mit extrem niedriger Kalorienzahl
- Before-and-after-Clips mit starkem Gewichtsverlust
- Challenges zur Reduktion bestimmter Körperumfänge
Diese Formate erreichen Millionen von Aufrufen, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer die Inhalte aktiv suchen müssen.
Reaktionen und Gegenbewegungen
Während Kritik an „SkinnyTok“ wächst, entstehen auch Gegenbewegungen wie Body Positivity oder RecoveryTok. Diese setzen auf Selbstakzeptanz, Vielfalt und die Förderung eines gesunden Umgangs mit Essen und Körper. Einige Plattformen reagieren mit Warnhinweisen und Verlinkungen zu Hilfsangeboten.
Notwendigkeit medialer Aufklärung
Digitale Aufklärung, algorithmische Transparenz und kritische Medienkompetenz sind zentrale Elemente zur Eindämmung der problematischen Effekte. Auch Fitness- und Gesundheitsplattformen tragen Verantwortung, indem sie evidenzbasierte Informationen zu gesunder Ernährung und Bewegung fördern.


